Am Tonle Sap entlang nach Siem Reap
Am Tonle Sap entlang nach Siem Reap

Am Tonle Sap entlang nach Siem Reap

Diesmal werden wir nicht per Flugzeug zur nächsten größeren Stadt kommen, sondern mit dem Bus. Da es eine lange Strecke ist, mussten wir heute beizeiten aufstehen. Unsere ganze Truppe ist sehr zuverlässig und pünktlich und so starteten wir planmäßig um 8.00 Uhr. Kambodscha ist ein flaches Land, soweit das Auge blicken kann nur trockene Reisfelder und dazwischen mal ein Baum.

Nur zu Thailand und Laos gibt es bewaldete Bergzüge. Ich habe so das Gefühl, dass sich die Wärme auf der Fläche nicht wegbewegt, die Luft steht. In der Nähe von Flüssen konnten wir Lotusfelder entdecken. Von dieser Pflanze wird so gut wie alles verwertet. Nicht nur als Blume in der Vase sondern auch die Samen, der Fruchtstand und der Austrieb zum Kochen oder die sogenannte Lotusseide als Faden zum Spinnen von Garn.

Unsere Straße läuft am Tonle Sap entlang, der ja in der Regenzeit in die andere Richtung fließt und den Tonle Sap See um ein Vielfaches anwachsen lässt, so dass er der größte Süßwassersee Südostasiens ist. In der Trockenzeit hat er gerade mal 2 – 3 Meter Tiefe und in der Regenzeit dann 14 Meter. Der See steigt sehr an und verteilt sich über das flache Land, das durch sein Schwemmsand mit sehr viele Nährstoffen überspült wird.

Wenn man so lange unterwegs ist, benötigen alle ab und zu eine Pause. So hielten wir einmal zum Pipi machen an einem Rastplatz, der gleichzeitig ein kleiner Markt war. Wieder wurden Insekten angeboten und Kinder setzten den Touris Vogelspinnen auf die Kleidung und wollten dann für ein Foto einen Dollar.

Der nächste Stopp war dann zum Mittagessen. Die Temperaturen außerhalb des Buses klettern immer weiter nach oben. Allein auf dem Weg vom Bus zum Restaurant kamen wir ins Schwitzen und die Gaststätte hat keine Wände und deshalb auch keine Klimaanlage; nur Ventilatoren sorgten für etwas Erfrischung.

Weiter fuhren wir unserem Ziel Siam Reap entgegen. Wir kamen auf unserer Route bei Steinmetzen vorbei, die von kleinen Elefanten bis zu riesigen Buddhas alles zum Kauf ausstellten.

Ein kleiner Abstecher führte uns an eine sehr alte Brücke aus rotem Sandstein. Spean Praptos, die älteste Brücke Kambodschas, auch Kompong Kdei Brücke genannt, ist ein Steinbauwerk aus dem 12. Jahrhundert – ein außergewöhnliches Zeugnis der Khmer-Ingenieurskunst unter der Herrschaft von Jayavarman VII. Sie überspannt den Fluss Chikreng auf der alten königlichen Route, die Angkor Thom mit den östlichen Provinzen des Khmer-Reiches verband. An den Pfeilern kann man sehr gut sehen, wie sich der Wasserstand im Laufe des Jahrs ändert.

My-Linh erzählte uns von der Weltenschlange mit 11 Köpfen, die hier dargestellt ist. An beiden Enden der Brücke sind die Geländer mit mehrköpfigen Naga-Skulpturen geschmückt – Schlangengottheiten, die in der hinduistischen und buddhistischen Mythologie Schutz symbolisieren. 

Autos und Busse dürfen nicht über das alte Bauwerk fahren, deshalb fuhr unser Bus drum herum und lud uns auf der anderen Seite wieder ein.

Unterwegs kamen wir an vielen Wohnhäusern vorbei. Auf den Vorplätzen wurde Fisch getrocknet und Muscheln gegart. Riesige Flächen am Straßenrand waren mit Planen und darauf Reis ausgelegt. Dies macht man, um das Korn zu trocknen und Schimmel zu vermeiden. Allerdings hat man danach sicher eine dicke Schicht Staub und Straßendreck darauf.

Bevor wir am Ziel ankommen, machten wir noch einen größeren Ausflug. Dafür kämpfte sich unser Bus über einen holprigen, für dieses Fahrzeug schmalen Weg durch Häuser, die nicht gerade wohnlich aussehen.

Die Häuser sind nur aus Holz oder Wellblech und stehen auf Stelzen, da das Wasser des Tonle Sap sehr hoch ansteigen kann. Wir kamen dann am „Hafen“ an und bestiegen einen Kutter.

Der See und seine Seitenarme führen gerade sehr wenig Wasser und so knatterten wir auf einem braunen, aufgewühlten Wasser an vielen Stelzenhäusern vorbei.

Im Fluss standen Männer und warfen Netze aus in der Hoffnung ein paar kleine Fische zu fangen.

Es leben so viele Familien hier, dass es sogar eine Grundschule gibt.

Nach einer Weile öffnete sich der Seitenarm und wir konnten den See in der Sonne glitzern sehen. Hier gibt es noch die bekannten schwimmenden Dörfer, es werden aber immer weniger Leute, die so leben. Viele bauen sich nun die Stelzenhäuser.

Die Khmer, die hier leben, verdienen ihren Lebensunterhalt mit Fischfang und Reisanbau. Sobald der See das flache Land überflutet, beginnt der Ackerbau wieder.

Nun dauerte es nicht mehr lange und wir kamen mit der Abenddämmerung in Siem Reap im Hotel an, das uns jetzt, nach dem Ausflug auf den Tonle Sap, noch luxuriöser vorkommt.

Am Tonle Sap entlang

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