Tom hatte gestern noch eine Zugverbindung, die ohne Reservierung und nur mit einmal Umsteigen ist, herausgefunden. Diese soll um 10.35 Uhr in Tübingen abfahren. Also genügend Zeit für ein gemütliches Frühstück am Neckarufer.

Frisch gestärkt gingen wir dann zu unseren Rössern in die Parkgarage.

Als alles wieder verstaut war, hatten wir noch gut eine Stunde Zeit. Also schwangen wir uns in die Sättel und strampelten den Berg hoch zum Schloss Hohentübingen.

Wie der Name es schon verrät, liegt das Gebäude hoch oben und man muss eine sehr steile Straße hinaufstrampeln, um dorthin zu gelangen.

Das Schloss wurde 1050 als Burg gebaut und wird seit 1816 von der Universität Tübingen vollständig genutzt.

Durch das Burgtor kamen wir in einen Innenhof, in dem der Kopf von Kaiser Augustus (hier um das Fünffache vergrößert) stand.



Das Original wurde im Jahr 1994 nach einem Hochwasser 20 Kilometer östlich von Lindau gefunden. Die Räumlichkeiten des Schlosses sowie die Schlosskapelle konnten wir um diese Uhrzeit noch nicht besichtigen, aber durch ein Glasdach entdeckten wir mehrere Skulpturen der Antike.

Von der Befestigungsmauer hatten wir einen guten Blick über Teiler von Tübingen und hinunter zum Neckar.



Nun ging es im Schuss über Kopfsteinpflaster hinunter zum Bahnhof. Zum Glück waren am Pfingstmontag um diese Uhrzeit noch nicht viele Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer unterwegs.

Der Bahnhofsvorplatz ist als Busbahnhof vor nicht allzu langer Zeit großzügig hergerichtet worden. Wir fuhren zuerst einmal zu den Gleisen und checkten die Lage. Wie gut kommen wir auf Gleis zwei und wann genau kommt der Zug. Startet er hier? Das wär ja genial, dann können wir rechtzeitig uns einen Platz sichern und müssen nicht hektisch reinspringen.

Als die Lage klar war, hatten wir noch etwas Zeit übrig und diese verbrachten wir in einer kleinen Parkanlage direkt bei der Fahrradgarage, die nun Vorbild für Konstanz sein soll. Tübingen ist ja mit ihren blauen Fahrradwegen bekannt als fahrradfreundliche Stadt.

So, jetzt wird’s aber Zeit, sich einen Platz im Zug zu sichern. Wir hatten Glück, der Zug beginnt hier und wir konnten wirklich total entspannt ebenerdig einsteigen, die Räder sichern und auch für uns einen Sitzplatz sichern.

So fuhren wir total easy den Neckar zurück bis nach Horb. Unterwegs konnten wir immer wieder Teile des Radwegs und auch nochmals die Baustelle für das Neckarviadukt sehen.

Der Umstieg in Horb ging dann auch einigermaßen gut von statten. Bis darauf, dass auf der Anzeige stand er hält im Bereich C, kam aber dann doch im Bereich A zum Stehen. Also schnell aufs Rad gesprungen und die paar Meter geradelt, um dann in den Wagon zu springen.

Auch hier ergatterten wir einen Sitzplatz und fuhren den Rest bis Allensbach.

Um 13.00 Uhr kamen wir am Gnadensee an und beschlossen noch ein Essen im Aletstüble einzunehmen, bevor es durch die heimischen Wälder vollends zurück nach Dettingen geht.

Mit fast 140 Kilometern auf dem Tacho kamen wir zu Hause an.


Der Ausflug war genial. Der Neckartalradweg verläuft fast immer auf Asphalt und meistens bergab. Unsere geplanten Etappen waren mit ca. 70 Kilometern Radstrecke gut zu machen und es blieb immer noch genügend Zeit, um etwas zu besichtigen. Es regnete nicht wie damals im Lonetal, dafür war es schon fast zu heiß und sonnig. Mit der deutschen Bahn hat sogar alles geklappt inklusive Aufzüge und Einstieg.
Tolle Fahrt am Nekar. wäre gerne mitgeradelt, aber ich kann nicht mehr solange auf dem Rad sitzen. Ich lese daher gerne eure Touren, zu fuß oder mit dem Rad.