Dies ist der letzte volle Tag in Indochina. Morgen Nacht startet der Rückflug in die Heimat. Damit alle in Ruhe noch Souvenirs kaufen, den Koffer schon einmal packen oder einfach entspannt am Pool verweilen können, haben wir nur für den Vormittag ein Programm geplant.

Unsere Tuck Tucks stehen um 8.00 Uhr wieder vor unserem Hotel und unsere Fahrerin empfängt uns schon mit einem freundlichen សួស្តី (suostei = Hallo). Heute brausen wir wieder nach Angkor, der riesigen Ruinenstadt. Diesmal werden wir den bekannten Tempel Angkor Wat, das größte sakrale Bauwerk der Erde, besichtigen. Die Tempelanlage mit Wassergraben ist 1,5 x 1,3 km groß. Die Geschichten und Heldendarstellungen, die von den Steinmetzen über 4 Jahrhunderte in den Sandstein gehauen wurden, sind sehr beeindruckend. Allein die Reliefs der dritten Galerie sind ca. 1000 m² groß.

Im Zentrum der Tempelanlage stehen 5 Türme in der Form von Lotusblüten, der mittlere Tum ist mit 65 m der Höchste.




Die Tempelwände sind mit Devatas und Apsaras (Tänzerinnen) verziert von denen jede sich etwas von der anderen unterscheidet. Wahnsinnig, was da an Arbeit drinsteckt.

Um auf die oberste Ebene, die mit den Türmen, zu gelangen, mussten wir eine steile Treppe erklimmen. Und das bei der Hitze. Oben angekommen mussten wir uns den Schweiß von der Stirn wischen und kräftig schnaufen.

Die Aussicht auf die Tempelanlage unter uns und die vielen verschiedenen Nischen, Ecken und Winkel entschädigte uns für die Mühsal. Die „gedrechselten“ Säulen in den Fenstern, die die Sonne etwas abhalten und für weniger Licht sorgen, sind nicht aus Holz, sondern aus Stein gearbeitet. Was müssen das für Handwerker gewesen sein, die so etwas erschaffen haben.


In dem buddhistischen Tempel sahen wir auch Mönche, zum Teil im Gebet vertieft, anderen liefen wie wir als touristische Besucher durch das Gemäuer.
Früher waren in den Gängen sicher überall solche Holzdecken eingezogen, damit man die Steinkonstruktion nicht so sieht.

Es waren sicherlich die Wände auch mal bunt bemalt, wie man es hier in diesem Bereich noch sehen kann.


Als wir den Hauptteil von Angkor Watt verließen und auf die große Grünflache kamen, konnten wir wieder ganz viele Brautpaare mit ihren Fotografen sehen. Sie kommen alle hier her, um sich vor dieser Kulisse ablichten zu lassen.


Nicht ohne Grund ist die Tempelanlage Angkor Wat mit seinen fünf Türmen in der Nationalflagge von Kambodscha zu sehen.

Nach einer kleinen Pause im Schatten mit einem Kokosnussdrink wollte unsere Reiseleiterin uns noch etwas besonderes zeigen. Seit 25 Jahren hilft Deutschland bei der Konservierung der Reliefs. Mit neuer Technologie werden die Apsaras vor dem Zerfall geschützt. Leider gibt es Stellen, an denen man nicht mehr helfen konnte. Da waren schon zu große Schäden, aber an anderen Plätzen konnte man die Schönheit retten.


Auf dem Weg zurück zum Hotel machte ein Teil unserer Gruppe noch Halt bei den Minenspürratten Herorats.

Das Thema hat uns interessiert und deswegen sind auch wir hierhergefahren. Seit dem Vietnamkrieg liegen noch sehr viele Sprengsätze in den Wäldern und dummerweise auch auf den Feldern der Bauern.

Diese Überbleibsel des Kriegs machen noch sehr viele Sorgen und Probleme. Weltweit sind 60 Länder mit Minen verseucht, 5757 Unfälle gab es 2023 davon waren bei 37% der Explosionen Kinder beteiligt. Damit diese Fälle weniger werden, hat man begonnen Hunde und Riesenhamsterratten zu Sprengstoffsuchtieren auszubilden. Mittels Clickertrainings hat man sie auf TNT konditioniert. Die großen Hamsterratten laufen zwischen zwei Personen an einer Leine hin und her und zeigen mit Scharren einen Sprengstoff an. Diese Stelle wird durch ein mitgeführtes Maßband genau festgelegt und die Ratte bekommt eine Belohnung fürs Anzeigen. Später wird diese Mine durch Fachmänner mittels Sprengung unschädlich gemacht.
Nach der Demonstration der Arbeitsweise durfte jeder Besucher ein Tier auf den Arm nehmen. Das war natürlich ein Highlight bei den Zweibeinern.


Unsere fleißige Tucktuck Fahrerin versorgte uns weiterhin mit kühlem Wasser und erfrischender Tücher und brachte uns dann auch sicher wieder zurück zum Hotel.

Dort zogen wir uns die Hotelkimonos an und sprangen zuerst einmal in den Pool und genossen es einfach mal nichts zu tun.

Naja, etwas müssen wir heute schon noch erledigen, nämlich alles für den Rückflug planen. Aber zuerst sind wir noch in einen Supermarkt. Wir müssen ja noch sehen, wo es Pfeffer gibt. In dem riesigen Einkaufstempel, der über drei Stockwerke geht, fanden wir dann kambodschanische Produkte. Nun haben wir roten Kambot-Pfeffer im Gepäck.

Den Abend, oder auch die ganze Reise, ließen wir bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen. Morgen geht der Flieger erst zurück nach Hanoi und dann weiter nach Frankfurt. Trotzdem ist ein kleiner Teil der Truppe noch in eine Bar gegangen.
Hier treten Travestiekünstler auf, die eine klasse Show aufführten.