Die Ruinenstadt Angkor
Die Ruinenstadt Angkor

Die Ruinenstadt Angkor

Nach einem stärkenden Frühstück traf die Reisegruppe sich um 8.00 Uhr in der Lobby. Für heute ist ein Ausflug in die historische Stadt Angkor mit Tucktucks geplant. Es standen 12 dieser motorisierten Rikschas für uns bereit und wir teilten uns in Zweiergruppen auf.

Studiosus achtet darauf, dass auch Frauen unterstützt werden und so hatten wir nur weibliche Fahrer. Unsere Chauffeuse fuhr uns souverän durch das Verkehrschaos und so kamen wir beim Ticketverkauf an.

Mittlerweile werden die Tickets mit Fotos der Besitzer versehen, damit man diese nicht einfach weitergeben kann. Während wir auf das Drucken der Eintrittskarten warteten, bekamen wir an einer Schautafel einen Eindruck wie groß das Areal einst war und wo wir heute hingehen werden.

Mit unseren Tucktucks fuhren wir dann zum Osteingang von Angkor Thom. Ab hier hieß es laufen. Wir gingen über eine Steinbrücke auf das Eingangsportal zu. Allein diese Steinmetzarbeiten sind schon erstaunlich und erzählen ganze Romane.

Auf der einen Seite der Brücke über den Wassergraben ziehen die Götter an der Weltenschlange, die das Milchmeer aufschäumt, auf der anderen die Dämonen.

Der Sandstein wird leider, wie auch an unseren Kirchen, durch die Autoabgase schwarz und zerfressen. Man hat damit angefangen, die behauenen Steine zu restaurieren, aber bei so einer riesigen Fläche ist es unmöglich, alles zu erhalten.

Wir gingen also durch das Stadttor mit einem Viergesichterturm. In jede Himmelsrichtung blickt ein Gesicht. Etwas unterhalb sieht man wieder Götter und ihr Helfer.

Weiter gings zur Elefantenterrasse Diese ist ca. 350 Meter lang, besteht aus 3 Plattformen und wurde Anfang des 13. Jahrhunderts erbaut. Den Namen erhielt sie von den vielen Elefantendarstellungen, die sie zieren. Von hier oben konnte die königliche Familie Prozessionen, Paraden und Spiele verfolgen.

Die Terrasse des Leprakönig befindet sich gleich daneben. Den Namen erhielt diese Anlage irrtümlich. Die darauf befindliche Statue wurde irrtümlich dem König Jayavarman I. (899-910) zugeordnet, der an Lepra verstarb. Die Terrasse gilt mit ihren vielen Reliefs als eines der besten Khmer-Kunstwerken.

Als wir zu unseren fahrenden Ladys kamen, erwarteten sie uns mit gekühlten Getränken und kalten, erfrischenden Tüchern. Das tat richtig gut nach der Zeit in der Sonne. Der Fahrtwind kühlte uns zusätzlich noch etwas bevor wir zur nächsten Tempelanlage kamen.

Der Prasat Bayon ist eine der eindrucksvollsten Tempelanlagen in Angkor und besticht mit seinen restaurierten Reliefs und den gut erhaltenen Gesichtertürmen. Der ganze Tempel ist mit 200 bis zu 7 Meter hohen Gesichtern des Lokeshvara verziert.

Bei Temperaturen über 34° C wurde es uns zwischen den Steinen recht warm und unsere Tucktuck-Fahrerinnen verwöhnten uns wieder mit kaltem Wasser und kalten, feuchten Tüchern. Herrlich dieser Service.

Nun verließen wir die 200 km² große Angkor Anlage, die bis zu 1000 Tempel beherbergt und zwischen dem 9. Und 15 Jahrhundert entstand. Die Mittagshitze verbrachten wir bei einem Mittagessen in der Hotelschule Sala Bai.

Hier werden 150 Jugendliche zwischen 17 und 23 Jahren im Hotel- und Gastronomiegewerbe ausgebildet. Die Auszubildenden werden in armen Gegenden ausgesucht und erhalten hier eine Ausbildung, um im Leben bessere Chancen zu haben. Da sie selten große Gesellschaften bekochen und bedienen müssen, sind solche Reisegruppen wie wir immer willkommen. So bekamen wir ein hervorragendes mehrgängiges Menü mit einem sehr guten Service. Die jungen Erwachsenen waren allesamt nervös aber immer sehr um die Gäste bemüht.

Nach einer Führung durch die Schule (Küche, Hotelrezeption, Gästezimmer und Spa-Bereich) fuhren wir wieder nach Angkor.

Jetzt um 15.00 Uhr steht die Sonne nicht mehr so hoch am Himmel und in diesem besonderen Licht konnten wir den verwitterten Tempel Ta Prohm, der an Dschungelbuch oder andere Filmklassiker erinnert, sehr schön fotografieren. Hier traten die Reliefs und Steinmetzarbeiten in den Hintergrund und die Würgefeigen, die die alten Mauern in ihrem festen Griff haben, erscheinen im Vordergrund. Immer noch schönere Ansichten begegneten uns je weiter wir uns in die Tempelanlage wagten. In unserer Bildergalerie am Ende des Blogs könnt ihr ganz viele Bilder von den Tempelanlagen sehen.

Als wir mit den Tucktucks zurück zum Hotel fuhren, kamen wir am Befestigungsgraben Angkor Wat vorbei. Zum Sonnenuntergang bot sich uns ein berauschendes farbenprächtiges Schauspiel. Unsere Fahrerin hielt mit ihrer Motorradrikscha so geschickt an, dass wir aus dem Gefährt heraus sogar noch einen Mönch im Vordergrund hatten.

Angkor

Was für ein abwechslungsreicher, heißer und trotzdem schöner Tag in dieser gigantischen Stadt, die innerhalb von 6 Jahrhunderten zu einer Millionen Metropole heranwuchs und das zu einer Zeit (9. – 15. Jh.)  als bei uns noch das Mittelalter herrschte. Das funktionierte nur, weil der Tonle Sap für nährstoffreiche Böden sorgt und eine Reisbauernfamilie bis zu 30 Arbeiterfamilien ernähren kann.

Galerie zum Tag in Angkor

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