Ein Tag in Saigon
Ein Tag in Saigon

Ein Tag in Saigon

Heute werden wir den ganzen Tag in Saigon sein. Unser Bus kann nicht bis vors Hotel fahren, die Gasse ist zu schmal für ihn. Also machten wir uns auf den Weg zum Treffpunkt bei der Oper. Schon wieder wird ein Brautpaar vor dieser imposanten Kulisse auf einem Oldtimer abgelichtet. Die Paare sehen alle nicht glücklich aus, aber dies ist wohl so gewollt. Keiner lächelt.

Mit dem Bus fuhren wir dann an einen historischen Ort. Im Vietnamkrieg wurde die buddhistische Mehrheit von der römisch-katholisch dominierten Regierung unterdrückt und dies wollten die Mönche in die Öffentlichkeit hinaustragen. Hierfür wurde der Journalist David Halberstam, der davon berichten sollte, an diese Kreuzung bestellt.

Der Mönch Thích Quảng Đức ließ sich am 11. Juni 1963 mit Benzin übergießen und anzünden. Ihm folgten später noch weitere Mönche und Nonnen, von diesen wird aber nicht viel berichtet.

Weiter ging es für uns in der Geschichte von Vietnam ins Kriegsmuseum in Saigon. Hier erfährt man alles über den ersten Indochinakrieg und über den Vietnamkrieg. Ich möchte hier gar nicht so ins Detail gehen. Wer mehr über die traurige Vergangenheit dieser Region wissen möchte, kann dies gerne im Internet erfragen. Erschreckend fand ich, dass die Gifte zum Entlauben des Urwalds noch heute Schäden an den Ungeborenen verursacht. Kinder mit Missbildungen werden hier viel häufiger geboren als in anderen Ländern.

Noch immer findet man viele Bildgänger und Minen in den Wäldern und auf den Reisfeldern, die für die Bevölkerung zusätzliche Gefahren mit sich bringen.

Nach so viel schrecklichen Bildern und Informationen wurden wir in einen Tempel geführt, der wie eine kleine, ruhige Oase in dem quirligen Saigon liegt. Hier treffen sich viele Einheimische in der Mittagszeit und ruhen sich aus oder essen ihr in den Garküchen gekauftes Essen.

Bei den kleinen Küchen am Straßenrand sitzen alle Kunden auf kleinen Plastikhockern. Das sieht für uns immer etwas witzig aus.

Damit auch wir nicht verhungern, gingen wir in ein Restaurant, das Gerichte wie die Garküchen auf der Straße anbietet. Allerdings durften wir auf bequemeren Stühlen in normaler Größe, im Schatten der Bäume sitzen.

Frisch gestärkt ging es dann zum Chinesen Markt. Ich finde, dass alle Markthallen immer etwas dreckig und vollgestopft aussehen. In dieser Halle gab es dazu auch noch getrocknete Shrimps, Krabben und auch frittierte Taranteln und Heuschrecken.

Wir waren fasziniert von den Stapelkünste der Motorradfahrer. Alles wird mit dem Zweirad transportiert und um Wege und Kosten zu sparen sehr gut gepackt.

So sieht ein Kindersitz (mit Sicherheitsgurt) auf einem Roller aus. Viele der 9 Millionen Einwohner Saigons besitzen nur ein Zweirad für die ganze Familie.

Zum Abendessen besuchten wir das Frauenkloster Dieu Giac.

Dieses setzt sich für Waisenkinder ein. Die Äbtissin erzählte uns davon, wie viele Kinder sie schon großgezogen hat und wie viele „Enkel“ sie schon hat.

Um das Projekt zu finanzieren, bietet das Kloster im eigenen Restaurant vegetarische Gerichte an. Wir bekamen ein leckeres Menü serviert, das sehr schön angerichtet und serviert wurde. Ein paar der Waisen bedienten uns und ein ehemaliger Junge kam nach seiner Ausbildung zum Koch hierher zurück und hatte unser Mahl gezaubert.

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