Indochina: Unser persönlicher Reise‑Rückblick
Indochina: Unser persönlicher Reise‑Rückblick

Indochina: Unser persönlicher Reise‑Rückblick

Wie so oft nach einer großen Reise fallen einem zuhause noch viele Dinge ein, die man doch noch erzählen wollte. Deshalb schreibe ich noch einen kleinen Blogeintrag nachdem wir zurück sind. Ein Rückblick und Resümee.

Viele von euch fragen sich bestimmt: Wie war eigentlich das Essen? Und vor allem – gab es viel Koriander?
Ich kann euch beruhigen: In Costa Rica war deutlich mehr von diesem grünen Übelzeug auf den Gerichten als hier.

Zu meiner Überraschung gab es wesentlich mehr Speisen komplett ohne Koriander, als ich vorher befürchtet hatte. Und selbst wenn er vorkam, lag er meist einfach oben drauf – gut sichtbar – sodass ich problemlos um ihn herumessen oder etwas vom eigentlichen Gericht herauspicken konnte. Klar, hin und wieder habe ich doch ein Blättchen oder einen Stängel erwischt. Aber alles in allem bin ich tatsächlich ziemlich gut davongekommen.

Was die Schärfe der Köstlichkeiten betrifft, so war es vorwiegend akzeptabel. Nur einmal war es so scharf, dass Tom es verachtete und ich es mit Schweiß auf der Oberlippe verzehren konnte.

Viele der Gerichte beinhalteten Fisch aus dem Mekong oder Tonle Sap, Meeresfrüchte und Shrimps. Es gab immer Gemüse, manchmal ist dieses nur kurz durch den heißen Dampf gewandert und war noch sehr knackig. An Fleisch gab es viel Hühnchen gefolgt von Rind und Schwein. Kokosnuss wird sehr viel verwendet. Man findet sie in den Soßen, in Desserts und sogar als Milch im Kaffee, was ihm eine süße, exotische Note gibt.

Unsere Übernachtungen waren immer in guten, bis sehr guten Hotels und Ressorts gebucht und es gab immer ein üppiges Frühstücksbuffet. Dort fand man das europäisch typische Omelett, Eier in allen Variationen, Toast, Brötchen und Marmelade (Ananas und Orange), aber auch gebratenen Reis und Nudelsuppe (mit Koriander). Bei Studiosus wird bei einem Doppelzimmer immer auf getrennte Betten geachtet. Als uns dies bewusst wurde, baten wir um ein Doppelbett, wenn möglich mit zwei Zudecken und bekamen es ab dann auch immer.

Auf dem Weg von Phnom Penh nach Siem Reap (Kambodscha) mussten wir feststellen, dass viele Tankstellen geschlossen waren. Sie hatten wegen des Kriegs im Iran keinen Sprit mehr zu verkaufen. Es waren alles hochmoderne Tankstellen mit Shops und Toilettenräumen, so wie wir sie von Europa kennen. Sie sind von großen Ölkonzernen gebaut worden.

Rückblick

Dann erfuhren wir noch, dass die Khmer den großen Tankstellen nicht vertrauen. Sie haben das Gefühl, dass sie nicht wirklich einen Liter erhalten, wenn dies die Tankuhr anzeigt. Deshalb werden am Straßenrand, in den kleinen Krimskramsläden, 1 Liter Flaschen mit Sprit zum Kaufen angeboten.

Wir sahen Motorräder, deren Tank ausgebaut war und dafür ein Kanister neben dem Hinterrad montiert war. Die Verbindung wurde durch ein Infusionsschlauch hergestellt.

In Kambodscha gibt es spezielle Häuser, die ausschließlich für Schwalben errichtet werden. Die Schwalbennester sind äußerst wertvoll, da sie in der chinesischen Küche sowie in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet werden – und entsprechend teuer verkauft werden.

In diesen Gebäuden wird gezielt versucht, die Vögel zum Nisten zu animieren. Sobald die Schwalben ihre Nester – die hauptsächlich aus Speichel bestehen – gebaut haben, werden diese anschließend entnommen und weiterverkauft.

In allen drei Ländern konnten wir leider nicht viele Tiere (Säugetiere, Vögel, Reptilien) entdecken. Kommt dies wirklich noch von dem Einsatz der Gifte im Vietnamkrieg? Vermutlich lag es aber auch daran, dass wir viel in Städten und immer als Gruppe unterwegs waren; da sind die Chancen auf Tierbeobachtungen geringer.

Zum Thema Travestiekünste und Schwulen- und Lesbenbewegung in Kambodscha fand ich das: 2004 gab der damals 81 jährige Monarch Norodom Sihanouk bekannt, dass Kambodscha als „liberale Demokratie“ Schwule und Lesben respektieren soll. Sie seien so wie sie sind, da Gott eine breite Palette von Geschmäckern liebe.

In allen drei Ländern ist der Unterschied zwischen Arm und Reich enorm. Am deutlichsten ist es uns in Kambodscha aufgefallen. Die Fischer- und Reisbauerfamilien am Tonle Sap, die in einfachen Stelzenhäusern oder sogar in schwimmenden Dörfern leben, befinden sich in großer Armut. Die Kinder haben kaum Chancen, diesem Umfeld zu entkommen. Oft reicht es nur für ein altes Motorrad, das dann von der ganzen Familie genutzt wird – nicht selten sahen wir Eltern mit zwei oder drei Kindern zu viert auf einem einzigen Gefährt.

Auch in Vietnam, etwa in der Ha Long Bucht, begegneten wir vielen Menschen aus ärmeren Verhältnissen, die versuchen, mit dem Verkauf kleinerer Waren an die vorbeifahrenden Luxusschiffe etwas Geld zu verdienen.

Gleichzeitig sieht man in allen Ländern das komplette Gegenteil: Luxusautos wie große SUVs oder Limousinen von Marken wie Lexus oder Maybach, die ein Vermögen kosten und den Kontrast zwischen wohlhabender Elite und breiter Bevölkerung noch deutlicher machen.

Wir erfuhren eine Menge über die vielfältige religiöse Landschaft Indochinas. Dort begegnen sich Hinduismus, Buddhismus, Taoismus, Konfuzianismus, animistische Vorstellungen, der Glaube an Geister sowie ein ausgeprägter Ahnenkult. All diese Traditionen fließen ineinander über und werden oft parallel praktiziert, ohne sich gegenseitig auszuschließen.

Auch das Christentum und der Islam sind in allen drei Ländern vertreten. Ein beeindruckendes religiöses Potpourri – und erstaunlicherweise scheint dieses vielschichtige Nebeneinander ganz selbstverständlich zu funktionieren.

Jetzt wissen wir endlich auch, wo der Pfeffer wächst – nämlich in Vietnam und Kambodscha, wo er vielerorts angebaut wird. Den kostbaren roten Pfeffer, der bei uns meist nur in Feinkostläden zu finden ist, haben wir in Kambodscha ganz unkompliziert im normalen Supermarkt entdeckt. Natürlich haben wir gleich zugeschlagen und ihn als Mitbringsel und kulinarische Erinnerung mit nach Hause genommen

Das war unser Rückblick auf unsere Reise nach Indochina. Jetzt bleibt nur noch die Frage: Wohin führt uns das nächste Abenteuer? Wir sind selbst gespannt

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