Heute werden wir Vientiane wieder verlassen und mit einem modernen Schnellzug nach Luang Prabang fahren. Die Sicherheitsbestimmungen für den Zug sind wie an einem Flughafen sehr streng. Man darf keine scharfen oder leicht entzündliche Gegenstände im Gepäck mit sich führen. Da man den Koffer mit in den Wagon nimmt, darf auch hier nichts Gefährliches eingepackt sein. Da wir dies beim Kofferpacken schon wussten, haben wir kein Taschenmesser und auch keine supergute Nagelschere eingesteckt. Heute früh wurden diese Gegenstände von der Reiseleitung eingefordert, in einen Karton gepackt und gesondert transportiert.
Während wir beim Frühstück saßen, wurden unsere Koffer vor den Zimmern eingesammelt und zum Bus gebracht (welch ein schöner Service).

Nach einem leckeren Frühstück mit French Toast und frischen Früchten begaben auch wir uns zum Bus, kontrollierten ob unsere Koffer davorstanden und stiegen ein. So wurde sichergestellt, dass auch wirklich kein Gepäckstück zurückblieb. Auf dem Weg zum Bus konnte ich diese Bilder von den elektrischen Leitungen machen. Hier möchte ich nicht Elektriker sein.


Bevor es zum Bahnhof und somit zum nächsten Ort (Luang Prabang) geht, fuhren wir zum Sisaket Museum, oder auch Wat genannt. Wat ist der Name für eine Art buddhistischer oder auch hinduistischer Tempel. Hier erfuhren wir viel von unseren beiden Guides.

Der Laote erzählte uns vor einer Stupa von seiner Kindheit. Sein Vater ging, nach dem das dritte Kind zur Welt kam, für einige Jahre ins Kloster. Seine Mutter war damit einverstanden, schließlich muss er eine gute Tat machen. Nach einigen Jahren kam er zurück und 7 weitere Kinder wurden geboren. Unser Guide war das jüngste Kind. Männliche Kinder, die etwas mehr lernen wollen als die Grundschule zu bieten hat, gehen mit ca. 12 Jahren ins Kloster. Dort werden die 5 Werte (ähnlich unseren 10 Geboten), Schreiben und Rechnen und ein Handwerk gelehrt. Mädchen haben nicht diese Chance. Sie müssen von ihrem Vater lernen und werden mit ca. 16 Jahren verheiratet.

Im Wat erfuhren wir so einiges über die Bedeutung der Dachkonstruktion (wie Vogelfedern liegen die Dächer übereinander), überdachte Veranda zum Schutz der Stuck- und Schnitzarbeiten und den verschiedenen Buddhastatuen, die im „Kreuzgang“ stehen.

Der Buddha wird in verschiedenen Positionen dargestellt, z.B. der liegende steht für Dienstag, Handflächen zu uns heißt „ich begrüße dich oder segne dich“, Handfläche nach unten bedeutet Wahrheit oder Erwachen.

Damit wir nicht nur rumstehen, wurden wir zum Cha Anouvong Park gefahren und liefen durch die Grünanlage. Jetzt am Ende der Trockenzeit (von Oktober bis April) ist es leider nicht so grün, sondern eher staubig.

Aber trotzdem war es sehr schön die für uns exotischen Pflanzen und Blüten (hier im Bild verschiedenfarbige Frangipanie) zu sehen.

Auf diese Art und Weise näherten wir uns von hinten der Statue von Chao Anouvong, geboren 1767 in Vientiane; er war zwischen 1805 und 1828 König des laotischen Königreiches.


Vom Podest der Statue aus konnten wir über den Mekong (nicht zu sehen) nach Thailand schauen. Der Fluss dient auf langer Strecke als Grenze zu Myanmar und Thailand.

Jetzt müssen wir langsam aber sicher uns auf den Weg zum supermodernen Bahnhof machen.

Wir waren bei Zeiten dran und so machten wir eine Vorstellungsrunde im klimatisierten Bus. Unsere Gesellschaft besteht also aus 22 Personen, mehr Frauen als Männer. Drei leben in Wien, eine in Tirol (gebürtig aus Ungarn), eine wohnt in Zürich mit deutschem Pass, der Rest verteilt sich über Baden-Württemberg, Sachsen und Bremen. Laos ist mit seinem Karstgebirge ein sehr unwegsames Land und wurde lange Zeit nicht wirklich erschlossen. Seit Dezember 2021 gibt es eine Bahnstrecke, für einen Schnellzug, die von den Chinesen in kürzester Zeit erbaut wurde. Als wir in Georgien waren, erfuhren wir damals schon, dass die Chinesen diejenigen sind, die für schnellen Straßen-, Tunnel- und Brückenbau sorgen. Auf diese Weise verkürzte sich die Strecke zwischen Vientiane und der chinesischen Grenze von 3 Tagen Autofahrt auf 3 Stunden Zugfahrt. Das Bahnhofsgebäude sieht von innen und außen groß, sauber und modern aus.

Damit wir Touris es nicht so schwer haben, wurden für uns ein paar einheimische Jungs engagiert, die uns die Koffer aus dem Bus luden und später für uns im Zug nach Luang Prabang verstauten und am Ziel rasch wieder ausluden. Das Ganze war gar nicht so einfach und wir staunten nicht schlecht als sie es am Ziel wirklich schafften, dass kein Koffer zurückblieb.


Unterwegs flog die Landschaft an uns vorbei. Wir konnten Landarbeiter bei der Feldarbeit, Wasserbüffel und staubige Straßen sehen. Als die Strecke dann steiler wurde, veränderte sich die Vegetation um uns herum. Das Karstgebirge von Laos mit seinen grünen Hängen beeindruckte uns.


In Luang Prabang erwarteten uns die nächsten Transportmittel. Diesmal wurden die Koffer separat verladen und wir durften uns auf 4 Minibusse verteilen.

Während unser Gepäck schon den Weg zum Hotel nahm, fuhren wir nach Luang Prabang hinein. Am Zusammenfluss von Nam Khan (im Bild das klarere Gewässer) und Mekong (trüb, Sediment reich) vertraten wir uns die Füße.

Das Wasser des Mekongs hat an diesem Platz schon 4000 Höhenmeter und viele Kilometer (er entspringt in Tibet) zurückgelegt. In der Regenzeit fließt er schneller dahin und steigt um ca. 15 Meter an.

Mit Blick auf den Mekong und den dahinfahrenden Booten nahmen wir einen kleinen Imbiss ein und ruhten uns etwas aus.

Mit Eierschalen werden die Gäste vor unliebsamen Begegnungen mit der Blattspitze geschützt.

Luang Prabang liegt in der Mitte von Nord Laos auf etwa 300 Höhenmetern.

Den restlichen Tag und Abend lassen wir im Hotel mit seiner wunderschönen Parkanlage am Rand von Luang Prabang mit Essen (meines war ohne Koriander) auf der Terrasse ausklingen.


Das Klima (schwül-warme 33° bis 36°C) und der Jetlag schaffen uns etwas und so genießen wir die Klimaanlage, die Dusche und das herrliche Zimmer, das wir nun für 3 Nächte für uns haben.