Heute müssen wir aus Lech am Arlberg abreisen. Jetzt heißt es Abschiednehmen von dieser majestätischen und angenehm kühlen Bergwelt. In Konstanz sollen es heute wieder 30°C werden. Das ist auch der Grund, weshalb wir nicht so schnell die Heimreise starten wollen. Gestern Abend kam noch ein Unwetter mit Starkregen rein, aber davon ist heute nichts mehr zu sehen. Die Sonne lacht von einem mit wenig Wölkchen verhangenen Himmel und läd uns zu einem Frühstück auf der Hotelterrasse ein.

Wir lassen uns sehr viel Zeit und genießen die Bergkulisse von Lech am Arlberg. Nachdem wir unsere Sieben Sachen gepackt und ins Auto geladen haben, gingen wir an die Rezeption und fragten, ob unser Auto noch etwas in ihrer Tiefgarage parken darf. Wir durften unseren blauen Flitzer im Hotel stehen lassen und begaben uns nochmals auf Schusters Rappen auf eine kleine Wanderung, der Burgwaldweg. Dieser verlief an der stark strömenden Lech durch den Ort, an den Talstationen, Gaststätten und der kleinen Kapelle vorbei.


Dieser Geselle hat einen ganz schön schweren Job.

Am Ortsausgang von Lech am Arlberg führte uns der Weg steil bergauf. Tom war nicht sonderlich begeistert, einen so mühsamen und schweißtreibenden Pfad zu gehen. In der Beschreibung stand etwas von Kinderwagentauglich. Welcher Idiot würde hier einen Kinderwagen hochschieben? Der Weg an sich ist breit genug für einen Wagen und hat keine Felsbrocken oder Schlaglöcher aber allein die Steigung ist nicht fürs Schieben oder Ziehen eines Gefährts gedacht. Nach vielen Kurven und einigen Höhenmetern (171 Höhenmeter auf einen Kilometer) kamen wir unterhalb von Oberlech (Libellensee) raus.

Ab jetzt können wir es „rollen“ lassen. Ganz locker und entspannt liefen wir über Bergwiesen am Hang entlang. Auf der Wiese steht eine Hirschskulptur, die wir von unserem Hotelzimmer aus sehen konnten.

Auf der Rud-Alpe, das Gebäude ist 250 Jahre alt, machten wir halt und gönnten uns auf der riesigen Terrasse mit Blick auf das beeindruckende Panorama einen Latte macchiato.



Nach fast einer Stunde cool down und einfach mal zur Ruhe kommen, machten wir uns auf den restlichen Weg runter ins Tal.

Nach einem Vesper am Badeteich holten wir das Auto aus der Garage und machten uns auf den Weg an den Bodensee. Bei einer kleinen Rast oberhalb von Rorschach konnten wir unseren vertrauten See blau in der Sonne strahlen sehen. Wie warm es hier schon wieder ist! Das Gras ist nur noch gelbes Stroh und ist ein starker Kontrast zu den saftigen Weiden der Bergwelt.

Beim Taschen auspacken stellten wir beide amüsiert fest, dass wir ein paar Schuhe vergessen haben. Der kleine Ausflug nach Vorarlberg wird uns noch länger in Erinnerung bleiben.

Immer wieder kommen Anspielungen auf die Bergstiefel, die nicht mehr mit mir auf Tour gehen wollen.