Nach der nervenaufreibenden oder stiefelverzehrenden Bergtour gestern schliefen wir heute erstmal aus. Nach dem reichhaltigen Frühstücksbuffet verbrachten wir viel Zeit damit, den Blog ins Netz zu stellen. Aber irgendetwas stellte sich quer, es wollte uns einfach nicht gelingen. So beschlossen wir den Reisebericht ruhen zu lassen und einen Ausflug mit Startpunkt in Lech zu unternehmen. In der Nacht hatte es stark geregnet und auch für heute waren einzelne Regengüsse vorhergesagt. Tom wollte gerne eine e-Bike Tour unternehmen, aber die Räder, die im Hotel zu mieten sind, haben keine Schutzbleche und keine Gepäckträger. Ich hatte keine Lust auf Radeln mit Rucksack auf dem Buckel und verspritzte dreckige Klamotten. Aber eine Wanderung oben über die Gipfel ohne Bergstiefel ist auch nicht zu empfehlen. So überredete ich Tom zu einer Wanderung an der Lech entlang. Wenn wir wollen bis zur Quelle 😉 oder bis zu einer der vielen Bushaltestellen unterwegs. Der Lechweg gehört mit seinen 127 Kilometern zum Weiterwandern-Netz und verläuft von der Quellregion bis nach Füssen und wird mit einem großen L gekennzeichnet.

Wir verließen das Hotel am späten Vormittag und liefen stromaufwärts aus Lech am Arlberg hinaus. Der Schotterweg verlief an dem laut dahinströmenden Bach durch Nadelwälder und satt grüne Wiesen.

Unsere Strecke führte nicht nur an der Lech entlang, sondern querte auch immer wieder Weiden, weshalb wir Tore öffnen mussten oder über Gitter balancierten.


Wolle, unser Büro-Schaf, war natürlich mit Begeisterung dabei und hoffte inständig auch Paarhufer anzutreffen, aber außer ihren Hinterlassenschaften sahen wir nichts von ihnen.

Die Lech begleitete uns mit lautem Getöse auf langer Strecke und an jeder Wegbiegung erspähten wir neue und noch schönere Fotomotive. Nach und nach setzte sich die Sonne gegenüber den Wolken durch und es wurde immer wärmer.


Nachdem wir das Gebäude der Zugerbergbahn passierten, liefen wir bergauf in Richtung Zuger Wasserfall.

Auf einer kleinen Lichtung entdeckten wir diesen Bienenschwarm aus Müll. Ein Projekt der ortsansässigen Schule.

Wolle wollte mit den Bienchen mitfliegen, sie nahmen ihn aber nicht mit auf Pollensuche. So musste er mit meiner Hosentasche als Transportmittel weiter vorlieb nehmen.

Der Wasserfall war eine nette Abwechslung am Wegesrand, aber nicht mit unserem großen Rheinfall zu vergleichen.


Ab hier wurde unser Lechweg anspruchsvoller. Er verlief nun an einem Hang bergauf, weg vom reißenden, schnell dahinfließenden Bach, und wurde immer matschiger und mit Wurzeln durchzogen.

Manchmal mussten wir uns eine Route über Geröllfelder und Steinfelder suchen. Ich vermisste meine guten Wanderstiefel und hoffte mit meinen „Freizeittretern“ gut über die Stellen zu kommen. Es klappte alles gut, ich rutschte nicht ernsthaft aus und meine Sprunggelenke haben es unbeschadet überstanden.


In Höhe der Weißbachquelle konnten wir die Lech überqueren und wanderten nun auf der anderen Uferseite stromabwärts Richtung Zug. Von dieser Flussseite aus hatten wir einen herrlichen Blick auf die Felswand, an deren Fuß wir gerade entlang kamen.


Da wir diesmal kein Vesper eingepackt hatten, hofften wir in Zug eine Gaststätte oder Bäckerei zu finden. Man glaubt es kaum, aber nach 13.30 Uhr hat hier fast alles geschlossen.

Als dann auch noch dunkle Wolken über die Berggipfel hereindrängten, beschlossen wir nun den Bus zurück nach Lech zu nehmen. Nach 10 Minuten Warten kamen die ersten Regentropfen vom wolkenverhangenen Himmel runter und der Bus kam dann auch schon um die Ecke gebogen und nahm uns mit. Was für ein perfektes Timing.

Zurück in Lech öffnete der Himmel vollends seine Schleusen und wir kehrten auf einen Kaffee ein bevor es zurück zum Hotel ging. Dort drehten wir vor dem Abendessen noch eine Runde im Pool, diesmal nicht im, durch den Regen der Nacht abgekühlten, Badeteich draußen sondern lieber im wohlig warmen Innenbereich. Auf einem kleinen Verdauungsspaziergen durch den Ort hörten wir auf einmal Blasmusik.
Den Ursprung der Töne hatten wir dann auch schnell ausgemacht und wie es sich als Touri gehört, folgten wir brav der Musikkapelle wie die Kinder dem Rattenfänger von Hamel. Auf dem neu gestalteten Dorfplatz oder Schulhof war eine Tribüne aufgebaut und das Konzert konnte beginnen.

Wir bewunderten zu den Klängen der Musik die Blumenrabatten am Rand des sehr schön gestalteten Platzes.
Als es donnerte und wir die dunklen Wolken zwischen den Gipfeln warnahmen, verließen wir die Veranstaltung und marschierten zügig zurück zur Unterkunft.